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U18 – Wahl – Artikel Bonner Rundschau vom 4.4.17

71-114731518--null--04-04-2017-18-27-36-873-„Auch du hast eine Stimme!“ Das sollen die derzeit 3320 Kinder und Jugendliche in Swisttal in den nächsten Wochen bei der U 18-Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen erfahren. Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, die als Schirmherrin fungiert, stellte das Projekt #u18nrw gestern in der Georg von Boeselager-Sekundarschule vor.

Am Freitag, 5. Mai, sind alle Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahren aus der Gemeinde zwischen 16 und 18 Uhr aufgerufen, ihre Stimme im Feuerwehrhaus ihres Dorfes abzugeben – außer in Essig, dort ist das Wahllokal im Josef-Bienentreu-Haus.

Waagen sollen das Gewicht der eigenen Stimme zeigen

Die Schüler der siebten Klasse der Sekundarschule unter Leitung von Klassenlehrerin Jasmin Hartmann entwickeln derzeit für jedes Dorf eine individuelle Wahlurne. Während eine technikaffine Jungengruppe eine Raumstation mit Mond-Rover und einigen elektrischen Gimmicks bastelt, wollen die Mädchen ein Einhorn mit transparentem Körper herstellen, in den die Stimmzettel eingeworfen werden können. Die Urnen sollen auf Waagen stehen, die genau anzeigen, wie viel Gewicht die eigene Stimme hat.

„Es geht darum, die Meinung der Kinder und Jugendlichen zu Politik zu erfragen und zu erfahren, was sie erwarten und welche Wünsche sie haben“, erläutert Jörg Harde von der katholischen Jugendagentur Bonn. Bei seinen Gesprächen in den Offenen Treffs der Gemeinde Swisttal komme immer wieder die Frage, wie man etwas ändern könne und was man dafür tun müsse. Auf keinen Fall dürfe man seine Stimme bei den verschiedenen Wahlen verschenken, so der Projektleiter, denn dann müsse man im Anschluss mit möglicherweise falschen Entscheidungen leben.

Fragebogen an Parteien in NRW

Swisttaler Kommunalpolitiker haben die Kindern und Jugendlichen bei der Formulierung von Fragen an die Landespolitik unterstützt und einen kleinen Fragebogen in den Offenen Treffs erarbeitet. Der wurde an alle Parteien geschickt, die in Nordrhein-Westfalen zur Wahl stehen. Im Kern gehe es darum zu erfahren, wofür die jeweiligen Parteien bei jugendrelevanten Themen stünden, so Harde. So geht es zum Standpunkt zum Abitur nach acht Jahren (G 8), die Förderung der Jugend und überdachte Treffpunkte mit Wasserspender und WLAN-Zugriff.

„Eine solche Wahl unter der Schirmherrschaft der Bürgermeisterin ist beispielhaft für andere Kommunen“, freute sich auch Elisabeth Wilhelmi-Dietrich, Leiterin des Jugendhilfezentrums für Alfter, Swisttal und Wachtberg. Damit trügen alle, die dieses Projekt unterstützen, zur politischen Bildung der Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde bei. Die sollen einen weitestgehend identischen Ablauf eines demokratischen Wahlgangs kennenlernen, und Wilhelmi-Dietrich hofft, dass anhand der spielerischen Auseinandersetzung mit Politik und demokratischen Prozessen frühzeitig ein Interesse geweckt wird. Schließlich sollen sie später als Erwachsene gerne zur Wahl gehen und das als selbstverständliche demokratische Beteiligung wahrnehmen.

Projekt soll Teilhabe junger Menschen unterstützen

Dafür lernen die Sozialkunde-Kurse der Sekundarschule derzeit die Grundlagen. „Eine Demokratie ist immer in Bewegung, sie braucht Bürger, die sich engagieren“, so Wilhelmi-Dietrich. Mit diesem Projekt werde die politische Teilhabe junger Menschen unterstützt und ein Politikverständnis bei den zukünftigen Wählern eingepflanzt.

„Die jungen Menschen lernen Haltungen und Verhaltensweisen kennen, die ein Leben lang Früchte tragen können“, war sie überzeugt. Abgesehen davon sei die U18-Wahl ein sehr guter Anlass, um gemeinsam über politische Inhalte und Programme ins Gespräch zu kommen. Das bestätigte auch Bürgermeisterin Kalkbrenner. Seitens der Kommunalpolitik bestehe ein großes Interesse zu erfahren, was die Schüler bewege und welche Wünsche sie haben.

In den nächsten Wochen sollen die Kinder und Jugendliche in der Gemeinde durch Plakate und Infozettel auf die bevorstehende U 18-Wahl hingewiesen werden, außerdem werden alle Vereine, Schulen und jugendrelevanten Organisationen entsprechend informiert. „Dann hoffen wir auf eine gute Beteiligung, denn auch hier gilt: Jede Stimme zählt!“, so die Bürgermeisterin.

– Quelle: http://www.rundschau-online.de/26663484 ©2017